Zwei Flüchtlingsfamilien in Raabs an der Thaya

Zwei Flüchtlingsfamilien in Raabs an der Thaya

Geschätzte Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger!

Wie Sie sicher aus der Berichterstattung in sämtlichen Medien wissen, ist derzeit europaweit eine große Flüchtlingswelle – ja fast eine „Völkerwanderung“ – im Gange, die bereits dramatische Ausmaße angenommen hat. Viele unschuldige und schwer geprüfte Menschen werden durch kriegerische Auseinandersetzungen und ähnliche katastrophale Ereignisse de facto gezwungen, nur mit dem was sie am Leib tragen, ihre Heimat zu verlassen. Der Flüchtlingsstrom nach Österreich nimmt seit geraumer Zeit stark zu, was beispielsweise im Flüchtlingslager Traiskirchen zu untragbaren Zuständen geführt hat.

Seit 8. Juli 2015 sind nun auch in einem Privathaus in der Bahnstraße in Raabs an der Thaya zwei Flüchtlingsfamilien aus Syrien untergebracht. Es handelt sich um insgesamt 11 Personen. Das Ehepaar Ibrahim hat drei Töchter, das Ehepaar Kasem vier Söhne.

Ich denke, es ist unsere moralische Verpflichtung, diesen armen Mitmenschen zu helfen. Wir haben diese Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinde in der jüngeren Geschichte schon einmal – im damaligen Jugoslawien-Krieg – gezeigt. Auch damals kamen Flüchtlinge aus Bosnien zu uns. Viele davon sind hier geblieben, wurden voll integriert und haben sogar eine Familie gegründet.

Auch haben einige unserer älteren Mitbürger vielleicht selbst Erfahrung, was die erzwungene Flucht aus der Heimat anlangt. Ich möchte nur auf die Vertreibung der Sudetendeutschen verweisen. Österreich hat aber auch 1956 bei der Ungarn-Krise oder im Jahr 1989 beim Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa viele Mitmenschen aus diesen Ländern aufgenommen und so Menschlichkeit bewiesen.

Ich möchte auch anmerken, dass „unsere“ beiden syrischen Flüchtlingsfamilien mit rund € 1.000,-- je Familie im Monat (!!!) auskommen müssen und damit den gesamten Lebensunterhalt (Nahrung, Miete, Kleidung etc.) zu bestreiten haben.

Meine Bitte ist es nun, unseren neuen Mitbürgern mit Respekt und Hilfsbereitschaft zu begegnen.

Ich habe unmittelbar nach Eintreffen der Flüchtlingsfamilien eine Besprechung mit Vertretern von Sozialorganisationen und sozial aktiven Menschen einberufen, bei der schon sehr viele Erstmaßnahmen vereinbart wurden. So hat eine engagierte Deutsch-Lehrerin mit Kollegen bereits eine Art „Deutsch-Unterricht“ begonnen, um eine Kommunikation in Grundfragen zu ermöglichen. Es wurden auch bereits einige Sach-, Gutschein- und Geldspenden getätigt.

Wenn auch Sie in irgendeiner Form (z. B. Gutscheinspenden) helfen wollen, so melden Sie sich bitte bei der Stadtgemeinde Raabs an der Thaya unter 02846/365-10 (Frau Slawik) bzw. gemeinde@raabs-thaya.gv.at.

Es ist nicht auszuschließen, dass in der nächsten Zeit noch weitere Flüchtlinge bzw. Asylwerber in unserer Gemeinde untergebracht werden, die Gemeindevertretung wird dabei – im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten – bemüht sein, die Zahl der Flüchtlinge in einem vertretbaren Rahmen zu halten.

Ich bin überzeugt, dass Sie, geschätzte Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger, zu einem Großteil diese Situation verstehen und viele von Ihnen auch bereit sind, sich positiv einzubringen.

Zeigen wir einfach unser menschliches Herz und versuchen wir, die Flüchtlingsfamilien bei uns zu integrieren und sie zu unterstützen!

Ich zähle auf Sie und bedanke mich für Ihr Verständnis!

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Rudolf Mayer
Bürgermeister

 


Zur Feier des Endes der Fastenzeit "Ramadan" überbrachten Bgm. Mag. Rudolf Mayer, StR Karl Czudly  und sozial engagierte Personen am 17.07.2015 für dieses Fest typische Gaben, um den leidgeprüften Personen eine Freude zu bereiten.

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17.07.2015